Freitag, 11. August 2017

Verkopft

ich weiß nicht
denke ich
und so fangen fast alle meine sätze meine gedanken an
weil ich nicht anders kann

weil man im leben in so viele richtungen gehen kann
an so vielen scheidewegen entscheiden kann
und während alle weiter gehen
bleibe ich an jeder kreuzung stehen
weil ich nicht weiß wo ich hinsoll
und wie es da ist
vielleicht reizvoll
oder doch nur trist?

und manche sagen hör auf dein herz
und dann höre ich auf mein herz, das aber auch nichts weiß
da ist nur so ein schmerz, weil ich angst habe etwas zu verpassen
ich weiß nur wie ich heiß
versuche von jedem moment etwas schönes zu erhaschen
aber ich kann es nicht lassen
alles zu hinterfragen
und zu sagen
ich weiß nicht wer ich bin
wo führt mich dieser weg denn hin

und manche sagen hör auf deinen verstand
und dann höre ich auf meinen verstand, der so vernünftig ist
dass mein herz daran doch zerbricht
und mir sagt so geht es nicht
lass mich bitte nicht fallen
und meinen Ruf nicht im Nichts verhallen

ich weiß nur
da ist ein sturm in mir drin,
der auch nicht weiß wohin
und weil ich damit nicht umgehen kann
stell ich ihn ganz hinten an
mach ihn ganz klein, enge ihn ein, lass ihn nicht hinein
in mein herz, meinen verstand, meinen kopf
aber auch nicht hinaus
weil ich mich das nicht trau




Kommentare:

  1. Liebe Leanna,

    was für ein zum Nachdenken bewegendes Gedicht... Du weißt ja sicher, dass ich eigentlich gar nicht gern Gedichte lese. Bei deinem habe ich also eine Ausnahme machen müssen und es kein bisschen bereut.

    Irgendwie kann ich mich (leider) in vielen Zeilen selbst wiederfinden... ich hasse es total, Entscheidungen zwischen Herz und Verstand treffen zu müssen und wähle da gefühlt immer die falsche Option.
    Dass Gefühl, etwas verpassen zu können, ist leider auch bei mir ständig da - und ich habe manchmal das Gefühl, dass ich irgendwie den Anschluss nicht finde und immer einsamer werde, weil alle alten Freunde neue Freunde finden, aber ich nicht. Ich weiß nur nicht, wie ich das alles ändern soll...

    Liebe Grüße

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    1. Dann danke, dass du für meins mal eine Ausnahme gemacht hast =)
      Ja, Entscheidungen sind finde ich einfach nichts Schönes, wenn man sie treffen muss. Für mich bezieht sich das vor allem auf mein Studium und alles, was dazu gehört, aber natürlich hat man auch in ganz vielen anderen Bereichen Probleme...
      Dein Gefühl, den Anschluss zu verpassen, kann ich nachvollziehen. Ich finde auch keine neuen Freunde und die alten ziehen eben weg und finden Anschluss. Schließlich haben wir beide ja einen ähnlichen Freundeskreis. Aber ich bin froh, dass wir beide trotzdem noch in Kontakt bleiben!

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