Samstag, 4. März 2017

Aquarellfarbe und ich

 Eigentlich bin ich ja mehr so der Typ fürs Zeichnen, dachte ich. Aber dieses handlettering, also sowas wie Kalligraphie, das sieht ja schon nicht schlecht aus. Also hab ich das mal probiert. Naja... Dann kam ich aber durch verschiedene Videos auf youtube irgendwie auf Aquarellmalerei. Du hast ja sowieso noch eine Box voller Farben, dachte ich. Und etwas mit Farbe ausprobieren, hatte ich mir in meinem Neujahrspost ja sowieso vorgenommen. Also schnappte ich mir einfach ein paar Tutorial Videos und malte drauf los. Die Links dazu findet ihr am Ende des Posts.

Und dann habe ich mehrere Dinge festgestellt. Youtube ist genial zum Lernen. Eigentlich keine neue Erkenntnis, denn so hatte ich schließlich auch ein bisschen Zeichnen gelernt. Aber auch bei Aquarellmalerei sind Videos wirklich hilfreich, weil man sie anhalten kann, wann man möchte und so oft angucken, wie man will. So wirklich eine Erklärung dazu brauche ich auch nicht unbedingt. Ich kann auch gut durch Zuschauen und Nachmachen lernen. Wenn man mit etwas anfängt wie Zeichnen oder Malen sind die ersten Bilder bei mir zumindest auch erst mal keine wirkliche Eigenleistung. Ich male erstmal nach, so wie man das eben macht, als Anfänger.

Ich fing also mit einer Mini Galaxie an. Oder so. Die genaue Reihenfolge kann ich auch nicht mehr sagen. Und dann hatte ich schon mal etwas sehr wichtiges gelernt. Für Aquarellmalerei braucht man eindeutig das richtige Papier. Mindestens 200g pro m2. Denn mit weniger wird alles einfach weich und das Papier löst sich auf, sodass man dann folgendes Ergebnis hat:


Hm, dachte ich mir, dann muss ich wohl doch mein schweres Papier opfern. Wovor ich immer etwas zurück schrecke, denn sowas kostet ja auch Geld. Wenn dann aber nur so ein Zeug dabei rauskommt, hat man ja das schöne Papier verschwendet.

 Das war das Ergebnis meines zweiten Versuchs auf dickem Papier. Gefällt mir auf jeden Fall schon mal viel besser. Solche mini Galxien gehen schnell, man kann sie mit allen möglichen Farbkombinationen malen und bekommt finde ich sehr schöne Ergebnisse.


 

Der Kirschbaum gefiel mir sehr gut, sodass ich ihn einfach noch zwei Mal auf eine Postkarte malte und an Verwandte schickte. Denn mehr an andere schreiben, hatte ich mir ja auch vorgenommen. Dabei habe ich wieder verschiedene Dinge gelernt: Wenn man sich für die Baumkrone eine Schablone zurechtschneidet, sollte man diese erstens oft genug verschieben und zweitens auf keinen Fall an die nasse Farbe kommen lassen.
Die Technik für die Punkte ist mir auch neu gewesen. Ich habe zwar auch die typische Zahnbürsten und Pinsel Sache probiert, wo man mit den Fingern die Sprenkel erzeugt, aber durch das Video habe ich gelernt, dass es viel sinnvoller ist, mit einem Pinsel mit Farbe auf den Stiel eines anderen Pinsels zu klopfen. Das Ergebnis war passender. Allerdings kann ich die Methode weniger empfehlen, wenn man in einer hellhörigen WG wohnt. Zum Glück war ich grade alleine und habe niemanden mit meinen Klopfgeräuschen genervt =D.

Und dann ging es weiter mit Landschaft. Bei Aquarellmalerei muss man schnell sein, weil die Farbe schnell trocknet. Es soll so etwas wie Wolken mit Baum und Vögeln darstellen. Naja, dachte ich, das sieht aber einfach verschwommen und blau aus.

Also ließ ich es auf einen zweiten Versuch ankommen. Der untere Teil gefällt mir definitiv besser. Die Wolken... ich arbeite dran. Aber ich hatte auf jeden Fall einige Erfahrungen gemacht, was Wasser und Farbe angeht, denn oben war wohl zu viel Wasser im Spiel und außerdem muss man wirklich warten oder fönen, wenn man auf einem trockenen Bild weiter malen will. Ich habe viel gefönt an diesen Malabenden.
Man kann nass in nass malen, also das Bild schon vorher anfeuchten, dann muss man sich auch beeilen, oder, so wie hier, nass in trocken.


Die Berge gefallen mir auf dem Bild wirklich gut und auch die Spiegelung im Wasser war nicht so schwer. Allerdings wurde nach dem Malen der Spiegelung noch eine Bergkette im Vordergrund ergänzt, was ich dann etwas unlogisch finde. Denn die würde sich doch dann eher spiegeln als die dahinter? Naja.

Und dann hatte ich noch so viel blaue Farbe übrig, dass ich diese für ein weiteres Bild aufbrauchte. Der Pinselstrich ist noch erkennbar, was mir sehr gut gefällt. Leider bekam ich dann von verschiedenen netten Menschen zu hören, dass sie gar nicht wüssten, was das sein soll und vor allem nicht, wie die Frau dasitzt. Also falls es noch jemandem so geht: Man sieht den Hinterkopf der Frau, sie stützt sich ein wenig auf ihr rechtes Knie und hat die Füße angezogen.
Trotzdem ist das eins meiner Lieblingsbilder.


Irgendwann, die genaue Reihenfolge kann ich sowieso nicht immer sagen, bin ich dann auf so ein beeindruckendes Video gestoßen, wo Bäume im Nebel gemalt wurden. Das probierte ich also auch aus, aber mein Papier war viiiiel zu dünn, sodass es sich auflöste und alles komisch verlief, herrje. Das war ganz schön frustrierend...

Aber dann habe ich meinen richtigen Malblock genommen und es noch mal versucht. Das Ergebnis gefiel mir sehr viel besser. Vor allem der untere Teil. Aber die Baumgruppen im Nebel nach unten auslaufen zu lassen, hat bei mir ganz schlecht funktioniert, da hab ich den Dreh einfach noch nicht raus.... Ansonsten stellen Tannen aber generell eine gute Baumart für Anfänger dar.



Ich finde auch vor allem durch diesen Rand sehen die Bilder direkt viel hochwertiger aus. Man nehme einfach Kreppband und ziehe es nach dem Malen wieder ab. Mein Kreppband, obwohl als Künstlerkreppband ausgezeichnet, riss allerdings auch teilweise Papier mit ab, was mich ganz schön aufgeregt hat. Da werde ich mir auf jeden Fall noch mal ein besseres kaufen.
Und irgendwann zwischendrin malte ich dann noch den Hund meiner Schwester. Das war eigentlich gar nicht schwer, denn ich brauchte nur schwarz.


Das sind also meine bisherigen Erfahrungen mit Aquarellfarbe. Es hat wirklich Spaß gemacht und ich finde, man kommt schnell zu brauchbaren Ergebnissen. Vor allem hatte ich nicht diesen Drang zum Perfektionismus. Manchmal macht die Farbe einfach, was sie will, aber das kann auch schön sein. Und extrem detailreich geht bei Aquarellfarbe auch nicht. Vielmehr geht es um eine schöne Gesamtdarstellung.

Folgende Videos habe ich verwendet:

Bäume im Nebel
Kleine Galaxien
Kirschbaum
Sternhimmel mit Tannen
Wolken mit Landschaft
Berge am See