Sonntag, 14. August 2016

In welcher Welt willst du leben?

Dieser Post gehört zur Blogparade von Matthias, von der ich absolut begeistert bin. Seinen Blog findet ihr hier. Mir war von Anfang an klar: Da muss ich mitmachen!
In der Blogparade dreht sich alles um Träume. Nicht nur kleine Träume, sondern auch wirklich große, zu der Frage, wie man sich seine Traumwelt vorstellt. Darüber habe ich in letzter Zeit sowieso schon viel nachgedacht und das Thema passt auch einfach perfekt zu meinem Blog.

Was ist also mein Traum?

Wir sind einfach alle Menschen. Nicht mehr, nicht weniger.

Mein persönlicher Traum handelt von der ganzen Welt, von besseren Gesellschaftsstrukturen und mehr Akzeptanz.
Mich stört, dass vieles so durchgeplant und vorgegeben ist: Schule, Studium, Beruf, Erwartungen. Mich stört, dass es so wenig Akzeptanz auf dieser Welt gibt: Religion, Essgewohnheiten, Interessen, Identität.
Ich wünschte, man würde alle Dinge, alle vorgegebenen Abläufe und Überlegungen wegwischen, um einem völlig neuen Denken Platz zu machen.
Es fällt mir schwer, das in Worte zu fassen, aber ich gebe mein Bestes.
Ich wünsche mir mehr Akzeptanz untereinander, nach dem Motto "Leben und leben lassen". Jeder darf seine Religion ausüben, aber niemand muss religös sein oder zwanghaft überzeugt werden. Religiöse Kriege sind unnötig. Jeder darf essen, wie er möchte, egal ob er Vegetarier, Veganer, Fleischesser oder sonstiges. Niemand muss zu einem dieser Dinge gezwungen werden. Jeder darf seine Identität ausleben, wie er es mag, egal ob trangender, transqueer oder Ähnliches. Es geht doch nicht darum, welches Geschlecht im Personalausweis steht, sondern wie die Menschen sich fühlen. Ein Mann darf genauso Kleider tragen und Make-up verwenden, wenn er das möchte. Ich mag es nicht, dass gewisse Charaktereigenschaften einem Geschlecht zugeordnet werden. Eine Frau darf genau dieselben Berufe erlernen wie Männer, es sollte keine Geschlechtsunterschiede geben. Das soll kein purer Feminismus sein, nein, ich rede von reiner Gleichberechtigung - in allen Hinsichten. Außerdem sollte man von vorneherein davon ausgehen, dass jeder Mensch schwul, lesbisch, pansexuell oder heterosexuell oder Ähnliches sein kann, aber auch nicht sein muss. Ein Outing, wie viele Youtuber es betreiben, sollte unnötig sein. Schließlich outet sich auch niemand als heterosexuell. Solche Dinge wie "#nohomo" sind einfach unnötig, weil sie lediglich eine Homophobie deutlich machen und verbreiten. Als ob man sagen würde "Ich habe nichts gegen Homosexuelle, aber ich gehöre nicht dazu, falls ihr etwas gegen diese Gruppe haben solltet."
Auch das Schulsystem sollte man grundsätzlich überarbeiten. Alle Menschen gehören zusammen, weshalb ich eine extreme Trennung schlecht finde. Natürlich ist es sinnvoll, das Schüler zusammen lernen, die auf einem ähnlichen Lernstand sind. Aber solch eine Aufteilung finde ich durch Kurse besser als durch verschiedene Schulformen, denn auch innerhalb dieser Schulformen gibt es starke Lerndifferenzen. Auch Menschen mit Behinderungen gehören zur Gesellschaft und deshalb sollte man sie in die Schulen integrieren. Förderschulen finde ich eher ausgrenzend. Natürlich ist dort eine individuelle Betreuung möglich, doch dies würde ebenso funktionieren, wenn entsprechende Lehrkräfte den Schulen zugeteilt würden. Diese Gemeinschaft beim Lernen unterstützt viel eher ein Gemeinschaftsgefühl, das alle Menschen mit einschließt. Den Begriff "Menschen mit Behinderungen" finde ich auch nicht unbedingt nötig. Meiner Meinung nach kann man auch "behinderte Menschen" sagen, denn für mich ist das Adjektiv "behindert" eben nur ein Umstand, keine Personifizierung - und das sollte dieses Wort auch nicht sein. Behinderte Menschen sind eben an manchen Dingen, "gehindert", aber man darf sie nicht nur als solche sehen. So wie ich jugendlich bin, aber eben nicht nur. Trotzdem könnte man mich als jugendlichen Menschen beschreiben.
In meiner geträumten Welt heißt es nicht einfach Schule Studium, Beruf, Rente. Ich bedauere es sehr, dass viele Menschen so flach und so geordnet denken. In seinem Leben sollte man sich viel eher fragen: Was bewegt mich? Was macht mir Spaß? Was möchte ich wirklich machen? Und wenn es eben die Idee ist, Schauspieler, Künstler oder Autor zu werden. Eine Vielfalt innerhalb der Gesellschaft ist inspirierend und gut. Es gibt nicht immer einen geraden, lückenlosen Lebenslauf.
Außerdem wünsche ich mir keine Gewalt. Keine Kriege, keine sinnlosen Mordtaten und Amokläufe. Warum können Menschen einen Krieg nicht beenden? Weil sie zu stolz zum Nachgeben sind. Dabei ist eine gegenseitige Akzeptanz, auch wenn sie schwer fällt, absolut nötig, um friedlich zusammen leben zu können. Es gibt vieles in dieser Hinsicht, was mich wirklich wütend macht. Wenn Menschen getötet werden, die so gar nichts für die Motive des Täters können, die völlig unschuldig sind.
Gerechtigkeit spielt in meiner Welt ebenso eine große Rolle wie Umweltschutz. Jeder sollte die Möglichkeit auf Bildung und genügend Nahrung haben. Die berühmte Schere zwischen Arm und Reich wird immer größer und größer, es regt mich schrecklich auf. Stellt euch mal vor, alle hätten einfach ausreichend. Wäre das nicht einfach fantastisch?
Als Kind hatte ich immer den Traum, dass es einfach eine Welt gibt, ein Land und eine Gemeinschaft, in der alle Menschen frei von Hass und Gewalt leben können. Lange Zeit hatte ich diese Idee aufgegeben, weil ich weiß, dass diese Vorstellung eine Utopie ist. Eine Utopie zeichnet sich dadurch aus, dass sie nie wahr werden wird. Aber obwohl ich das weiß, halte ich mittlerweile eher daran fest, denn selbst wenn man nie ganz das Ziel erreicht, lohnt sich das Streben danach.
Habt euch lieb. ;)



Natürlich würde ich am liebsten noch mehr auf jeden einzelnen Aspekt eingehen. Ich könnte ein ganzes Buch darüber schreiben! Aber wichtige Denkanstöße, Ideen und Überlegungen sind dabei.
In welcher Welt wollt ihr leben?