Montag, 18. April 2016

Regen

Das Auto fährt und ich mit. Ich sitze im Auto und schaue auf die Straße. Der Regen prasselt gegen die durchsichtige Scheibe, leise trommelnd, trapsend und klopfend.
Die Tropfen fallen auf den Asphalt, schlagen auf den Boden auf und zerspringen in viele weitere Tropfen. Ich sauge das Bild in mich auf und schließe schnell die Augen. Das ist wie ein Foto, eins das nur kurz bleibt, aber in diesem Moment, kann man sich alles noch so ansehen, wie es draußen ausgesehen hat.
Jeder Regentropfen, der auf dem harten Asphalt aufschlägt, sieht aus wie eine Spinne. Eine sehr schnelle, scheue Spinne, mit zarten Wasserbeinen, die nach einer Millisekunde schon wieder weggehuscht ist.
Tausend Spinnen sind um mich herum, entstehen ständig neu, nur um sich ganz schnell wieder aufzulösen.
Das Auto biegt um die Kurve. Die Spinnen, die folgen, die Spinnen, die voraus gehen.
Ich mache viele Fotos.
Und dann achte ich auf die Scheibe. So viele Tropfen, kleine und große.
Da rollt ein großer, runder Tropfen die Scheibe herunter, aus ihm entstehen neue, kleinere Tropfen. So kann man sich die Welt vorstellen, oder? Einer verschwindet, aber dafür kommen wieder viele andere.