Freitag, 28. August 2015

Was ist das Wichtigste, das du in deinem Leben gelernt hast?

Also das Wichtigste, was ich bisher gelernt habe, ist Tu es einfach. Zumindest wenn man alle Details weg lässt, kann man das so sagen. Ich meine damit, dass es nichts hilft, Dinge aufzuschieben. Manche Sachen muss man eben machen, auch wenn man einfach absolut keine Lust darauf hat. Und hinterher fühlt man sich gleich viel besser.

Also falls ihr auchgerade etwas
vor euch herschiebt ;)
 Aber auch in manch anderen Situationen ist das ein passender Satz. Wenn man zum Beispiel etwas anders machen will als vorher, aber man ist sich da nicht so sicher. Dann tu es einfach, du wirst schon merken, ob es dir gefällt.
Das ist natürlich nicht das einzig Wichtige, was ich gelernt habe. Da wäre auch, dass man manchmal einfach Rücksicht nehmen sollte. Oder Respekt füreinander haben. Außerdem auch Lesen und Schreiben. Das ist zwar eher so schulisch gesehen, aber es ist trotzdem enorm wichtig. Und außerdem auch man muss sich nicht alles gefallen lassen. Ja, man darf sich ruhig mal beschweren oder etwas in Frage stellen. Man muss nicht immer zu allem Ja sagen. Weil das auf Dauer zwar andere, aber einen selbst nicht glücklich macht. Und nicht gleich alles verurteilen. Das habe ich früher oft gemacht, wenn jemand eine Idee hatte, die ich seltsam fand. Mittlerweile mache ich das eher weniger, zumindest versuche ich das. Man kann sich ja erstmal alles anhören und dann normal seine Meinung sagen.

Und was habt ihr gelernt?

Montag, 17. August 2015

Ein Traum

Es ist eigentlich nicht schwer gewesen, diesen Ausschnitt einer Geschichte zu schreiben, denn ich habe sie komplett geträumt, bis ins kleinste Detail, vor vielleicht drei, vier Monaten.. Und diesen Traum habe ich einfach aufgeschrieben. Diese Version ist nur etwas gekürzt.


Das Auto schlingerte durch die Kurven und preschte über die Landstraße, die rechts von hohen Bergen und links von einer Klippe gesäumt wurde. Die Polizisten hatten Angst von der Straße abzukommen und die steinige Klippe hinunterzustürzen, aber viel größer war die Angst vor dem Bären, der sie immernoch verfolgte. Sie wussten, dass der Bär unmöglich so schnell sein konnte, aber sie sahen das entschlossene Gesicht des Bären, die schwarzen Augen, das dunkle Fell, die riesige, massige Gestalt mit breiten, kräftigen Tatzen und den langen, tödlichen Krallen hinter sich.
Plötzlich hörte die Straße auf, sie endete vollkommen unerwartet und ohne Vorwarnung. Wo vorher noch Wiese und Straße gewesen war, sah man nur noch nach unten, als hätte jemand die Landschaft durchgeschnitten. Man konnte hinter dem Ende eine Stadt sehen, die dort anfing, wo die Straße aufhörte, allerdings viel weiter unten, als wäre die Landmasse mit den Stadt nach unten gezogen worden.
Voller Furcht schrien die Polizisten auf, ihre Gesichter verzogen sich zu grässlichen Grimassen des Schreckens und der Furcht. Der Polizist am Steuer konnte das Lenkrad nicht mehr herumdrehen, er hatte seine Hände vor Schreck in die Höhe gerissen. Ihnen stand das pure Grauen ins Gesicht geschrieben, als sie mit dem Auto über den Rand der Klippe rasten und hinunter stürzten.
Anstatt jedoch bodenlos in die Tiefe zu fallen, krachten sie auf das flache Dach eines Hochhauses. Der Polizist hatte immer noch den Fuß auf dem Pedal. Während sie weiterfuhren drehten sie sich zu dem Bären um. Er war ihnen gefolgt und hatte den Fall scheinbar überlebt. Sein Gesicht war zu menschlich. Ein normaler Bär zeigte niemals einen Gesichtsausdruck. Dieser hier aber schon. Seine schwarzen Augen funkelten wütend aus dem Gesicht hervor, er hatte die Lefzen zu einer Drohung hochgezogen.
Den Polizisten fiel auf, dass die Stadt zerstört war. In den Häusern klafften riesige Löcher, auf dem Boden, den man kaum sah, lagen die staubigen Überreste einer einstigen Metropole und über der gesamten Gegend lag ein Rauch aus Betonstaub. Verlassen und ohne Seele lag die Stadt in Trümmern.
Das Auto raste über den Dachrand und krachte gegen ein daneben stehendes Hochhaus. Es fiel an der Fassade herab, wobei es ein langes Loch in die Hauswand riss. Der Bär sprang in großen Sätzen über das Hausdach, dem Auto hinterher. Auch er fiel, aber sein Blick war zielstrebig auf das Auto gerichtet. Die Tatzen streckte er nach unten, als wolle er jeden Moment auf dem Auto landen.
Wir können ihn nicht töten!“, rief einer der Polizisten. „Wir müssen ihn angreifen.“

~

Das ist kein echter Bär. Er gehört uns.“ , sagte der junge Mann und zeigte auf das Tier, das ein paar Meter von ihm entfernt war. Auf einmal verlor der Bär jeglichen Ausdruck im Gesicht und stellte sich auf die Hinterbeine. Sein Körper öffnete sich. Wie Türen und Klappen schoben sich die einzelnen Teile - die Bauchdecke, der Brustkorb – beiseite, auch der Kopf spaltete sich und klappte sich auf. Zum Vorschein kamen unendlich viele Zahnräder und kleine Kästchen aus Metall.
Eine Maschine.
Entsetzt sahen die zwei Polizisten dabei zu. Schockiert standen ihnen die Münder offen, ihre Augen war groß.


ENDE

Ich habe mal probiert, zu zeichnen, wie das aussah, aber es ist ganz schön schwierig. Mal abgesehen davon, dass Autos nicht gerade mein Lieblingsmotiv sind, ist im Traum auch vieles so, dass man es einfach nicht genau fassen kann.Vielleicht kennt ihr das ja.
Außerdem ist es auch seltsam, dass der Polizist sagt, sie müssten den Bären angreifen, weil sie ihn nicht töten könnten. Denn dann wäre ja auch angreifen sinnlos. Sinnvoller wäre es, zu schreiben "Er wird nicht von selbst verunglücken und sterben und deshalb müssen wir ihn angreifen." Aber so habe ich das nun einmal nicht geträumt, also habe ich es so gelassen ;).
Was träumt ihr ?


Sonntag, 9. August 2015

Das Meer und das Mädchen

Sie läuft am Meer entlang. Der Sand ist kühl, das Wasser kälter. Angenehm. Es ist Nachmittag und immer noch warm von der unerbittlichen Mittagssonne. Die Erfrischung tut gut. Kurz bleibt sie stehen und dreht sich um: Sie hat eine Spur hinterlassen, im feinen Sand. Man kann genau erkennen, wo sie mal war, auf dieser Welt. Dann legt sich eine seichte Welle über den Sand und verwischt die Abdrücke. Es bleibt nichts von ihren Fußspuren zurück, aber eine Muschel wird angeschwemmt.
So ist das, denkt sie. Einer geht, ein anderer kommt und vielleicht bleibt er länger als man selbst.
Sie geht weiter, bis zu dem kantigen Stein, der wie eine Klippe wirkt. Sie setzt sich und stützt sich mit den Händen auf dem Stein ab. Er fühlt sich schroff an, aber auch schön, so unvergänglich. Das Wasser schwappt großzügig über ihre Füße und die Gischt hinterlässt Schaum an ihren Beinen. Eine Weile sitzt sie so da und beobachtet entspannt die wiederkehrende Welle. Wie verlässlich, denkt sie. Dieses Meer wird immer hier sein. Und ich sitze hier und sehe es mir an, wo ich doch nur ein Besucher bin. Das Meer ist so alt, ich bin so jung. Diese riesige, unendlich scheinende Wassermasse ist schon viel länger hier als ich. Wenn ich tot bin, dann wird jemand anders hier sitzen und dieses Wasser betrachten. Einfach jemand anders.
Fast spürt sie, wie andere Hände sich auf ihre legen. Natürlich sind da keine, aber irgendwann werden sie da sein. Ein Mensch wird hier sitzen und womöglich denken, dass vor ihm schon mal jemand hier war...
Es fühlt sich gut an, hier so zu sitzen, richtig gut. Zufrieden gräbt sie ihre Füße in den Sand, spürt ihn zwischen den Zehen, bis ihre Beine ausgestreckt sind.
Wie viele Tiere wohl in diesem Wasser sind? Krebse, Muscheln natürlich oder auch Plankton. Könnte doch sein, dass sich nur ein Stück unter ihren Füßen ein Krebs eingerichtet hat, weiß es doch niemand. Hallo Krebs, flüstert sie lächelnd, auch wenn sie sich dabei etwas seltsam fühlt. Genauso könnte auf den anderen Seite der Erde gerade jemand genau an dieser Stelle stehen. Oder ein Schiff könnte darüber fahren. Sie wird das nie wissen. Vielleicht ist sie ja irgendwann mal drüben, auf der anderen Seite und denkt das Gleiche.
Immerhin war ich jetzt schon mal hier, überlegt sie, während sie ihren Blick über die riesige Wassermasse vor sich schweifen lässt, wobei ihre Augen von dem Spiel des blitzenden Wassers geblendet werden. In New York hetzt gerade bestimmt jemand , um seinen Zug zu bekommen, irgendwo auf der Welt schläft jemand und träumt. Vielleicht auch vom Meer? Und ich sitze hier. Wenn es eine Landkarte gebe, wo überall eine rote Linie ist, wo ich schon mal war, dann wäre hier jetzt auch eine. Wieder ein Stückchen mehr von den Welt gesehen.
Sie schließt die Augen, sieht lila und gelbe Punkte und atmet tief ein. Es reicht salzig und nach grünen Algen. Einfach wunderbar. Sie mag das Gefühl wie sich ihr Brustkorb aufbläst.
Wenn doch die ganze Welt für mich schon wie ein rotes Wollknäuel wäre.
Auf einmal fährt der Wind in ihre langen Haare und weht ihr die braunen Strähnen ins Gesicht, das kitzelt, sie bekommt eine Gänsehaut. Als wollte er sagen: Dann geh doch. Geh doch durch die Welt und schau sie dir an. Etwas Zeit bleibt dir ja noch, fast 1000 Monate.
Sie steht auf und genießt noch ein Mal den wunderbaren Anblick, horcht auf das Rauschen der schaumigen Wellen, bis sie sich umdreht, dem Meer den Rücken kehrt und langsam geht.
Vielleicht sehen wir uns ja noch mal.



Dieses Bild ist an der Ostsee entstanden, wo ich im Urlaub einen Tag lang war. Ein Urlaubspost wird noch folgen.
Das Mädchen bin nicht ich, obwhl ich zugegebenermaßen viele Ähnlichkeiten hätte. Nun ja, diese Kurzgeschichte ist schließlich auch durch meinen Besuch inspiriert.
Übrigens hat man 1200 Monate wenn man 100 Jahre alt wird. Das Mädchen ist also circa 17, natürlich könnte sie auch älter sein.